Die erste Generation: X156 (2013–2020)
Im Frühjahr 2013 stellte Mercedes-Benz auf der IAA in Frankfurt den GLA der ersten Generation vor, intern als Baureihe X156 geführt. Technisch basierte er auf der damaligen A-Klasse (W176) und teilte mit ihr die MFA-Plattform (Mercedes Front-Wheel Architecture). Anders als spätere SUV-Generationen war der GLA I eher ein hochgelegter Kompaktwagen mit SUV-Styling als ein echtes Geländefahrzeug. Die Bodenfreiheit blieb moderat, die Sitzposition kaum höher als in einer normalen A-Klasse. Der Marktstart in Deutschland erfolgte im März 2014.
Zum Launch bot Mercedes drei Motoren an: den GLA 200 CDI mit 136 PS Diesel, den GLA 220 CDI mit 170 PS sowie den Benziner GLA 250 mit 211 PS aus einem Zweiliter-Turbomotor. Alle Varianten waren serienmäßig mit Frontantrieb ausgestattet, der Allradantrieb 4MATIC stand optional zur Verfügung. Das Doppelkupplungsgetriebe 7G-DCT war Standard, bei einigen Motorisierungen gab es anfangs auch eine manuelle Sechsgang-Schaltung. Die Karosserie maß 4.417 mm in der Länge, 1.804 mm in der Breite und 1.494 mm in der Höhe. Der Kofferraum fasste 421 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.235 Liter.
Das Design folgte der damaligen Mercedes-Designsprache mit Rautengrill, markanten Scheinwerfern und muskulös modellierten Radhäusern. Im Innenraum dominierte das freistehende Display des COMAND-Systems, die Materialqualität entsprach dem Premium-Anspruch der Marke. Die Ausstattungslinien Style, Urban und AMG Line boten unterschiedliche optische Akzente. Besonders beliebt war der GLA in Verbindung mit dem AMG-Styling, das sportliche Akzente setzte.
Performance-Modelle der ersten Generation
Im September 2014 erweiterte Mercedes-AMG die Palette mit dem GLA 45 AMG, der mit 360 PS (später 381 PS nach einem Update) aus einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbo zum stärksten Serien-Vierzylinder seiner Zeit avancierte. Der AMG-GLA beschleunigte in 4,8 Sekunden auf 100 km/h und erreichte elektronisch begrenzte 250 km/h. Serienmäßig war der 4MATIC-Allradantrieb verbaut, das AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe übertrug die Kraft. Spezielle Fahrwerksabstimmung, AMG Performance-Sitze und exklusives Design-Paket unterschieden den GLA 45 deutlich vom Basis-GLA.
2015 folgte der GLA 220 d 4MATIC mit 177 PS Dieselleistung, 2016 kam der GLA 200 d mit 136 PS hinzu. Mercedes optimierte kontinuierlich die Effizienz: Der GLA 180 d mit 109 PS bildete ab 2015 den Einstieg und verbrauchte kombiniert nur 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Parallel entstanden Sondermodelle wie der GLA 250 4MATIC mit permanent aktivem Allrad und sportlicher Abstimmung.
Facelift der ersten Generation (2017)
Im Januar 2017 präsentierte Mercedes-Benz auf der Detroit Motor Show das Facelift des GLA. Die überarbeitete Version erkannte man an der modifizierten Front mit neuer Stoßfängergestaltung, LED-Scheinwerfern serienmäßig (zuvor optional) und überarbeiteten Rückleuchten. Im Innenraum hielt das neue Multifunktionslenkrad Einzug, die Mittelkonsole wurde überarbeitet und das Infotainment-System erhielt das aktualisierte COMAND Online mit verbesserter Smartphone-Integration. Das Facelift brachte auch neue Motorenvarianten: Der GLA 200 ersetzte den GLA 250 als Benziner-Einstieg mit 156 PS, der GLA 250 bot nun 211 PS. Die Dieselpalette umfasste weiterhin den 136-PS-Motor (jetzt GLA 200 d) sowie den 177-PS-Diesel (GLA 220 d).
Die AMG-Versionen wurden ebenfalls überarbeitet: Der GLA 45 AMG erhielt nun offiziell die Bezeichnung Mercedes-AMG GLA 45 und leistete 381 PS in der Basisversion. Technische Neuerungen umfassten ein überarbeitetes Fahrwerk mit adaptiver Dämpfung und verfeinerte Assistenzsysteme wie Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC und Aktiver Spurhalte-Assistent. Die Produktion der ersten Generation endete 2020 nach über 600.000 verkauften Einheiten weltweit.
Die zweite Generation: H247 (seit 2020)
Im Dezember 2019 enthüllte Mercedes-Benz die zweite GLA-Generation (intern H247), die seit März 2020 in Deutschland erhältlich ist. Der Generationswechsel brachte eine grundlegende Neuausrichtung: Der GLA II wuchs in alle Richtungen – 104 mm länger (4.410 mm), 30 mm höher (1.611 mm) und mit deutlich erhöhter Bodenfreiheit. Die Sitzposition liegt nun 140 mm höher als in der A-Klasse, was ein authentischeres SUV-Gefühl vermittelt. Technisch basiert der neue GLA auf der MFA2-Plattform, die auch A-Klasse, B-Klasse und GLB nutzen.
Das Design zeigt sich deutlich kantiger und SUV-typischer mit markanter Front, kurzem Überhang und muskulösen Schultern. Der Innenraum überzeugt mit dem volldigitalen MBUX-System (Mercedes-Benz User Experience), bestehend aus zwei 7-Zoll- oder optional 10,25-Zoll-Displays. Die Sprachsteuerung "Hey Mercedes" gehört zur Serienausstattung, ebenso zahlreiche Assistenzsysteme. Der Kofferraum fasst nun 435 Liter (15 Liter mehr), maximal 1.430 Liter bei umgeklappten Rücksitzen.
Die Motorenpalette zum Start umfasste den GLA 200 mit 163 PS Benziner, den GLA 250 mit 224 PS sowie die Diesel GLA 200 d (150 PS) und GLA 220 d (190 PS). Alle Motoren erfüllen die Euro-6d-Norm und sind mit 48-Volt-Mildhybrid-Technik ausgestattet, die beim Beschleunigen unterstützt und Energie beim Bremsen rekuperiert. Das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe 8G-DCT ist serienmäßig, ebenso wie der Frontantrieb – 4MATIC-Allrad ist je nach Motorisierung optional oder serienmäßig verfügbar.
AMG-Modelle und Plug-in-Hybrid der zweiten Generation
Im Sommer 2020 folgten die Mercedes-AMG-Versionen: Der GLA 35 4MATIC mit 306 PS aus einem Zweiliter-Turbo beschleunigt in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Das Top-Modell GLA 45 S 4MATIC+ leistet 421 PS und erreicht die 100-km/h-Marke in nur 4,3 Sekunden. Beide AMG-Modelle verfügen über AMG Performance 4MATIC+ mit variabler Drehmomentverteilung, AMG SPEEDSHIFT DCT 8-Gang-Getriebe und adaptives Fahrwerk mit mehreren Fahrmodi. Das AMG DYNAMICS Fahrdynamiksystem mit Drift-Modus gehört beim GLA 45 S zur Serienausstattung.
2021 erweiterte der GLA 250 e das Portfolio um einen Plug-in-Hybriden. Der Antrieb kombiniert einen 1,3-Liter-Benziner mit 160 PS und einen 102 PS starken Elektromotor zu einer Systemleistung von 218 PS. Die 15,6-kWh-Batterie ermöglicht rein elektrische Reichweiten von 62-64 Kilometern nach WLTP. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 1,0-1,3 Liter pro 100 Kilometer im Normzyklus. Der GLA 250 e verfügt serienmäßig über Allradantrieb, da der Elektromotor die Hinterachse antreibt.
Im Modelljahr 2023 erhielt die zweite Generation dezente Updates: überarbeitete Assistenzsysteme, erweiterte MBUX-Funktionen und neue Farb- und Ausstattungsoptionen. Die Motorenpalette wurde gestrafft, einzelne Einstiegsmotorisierungen entfielen. Der GLA positioniert sich heute als kompaktes Premium-SUV zwischen der A-Klasse und dem größeren GLB und konkurriert mit Modellen wie Audi Q3, BMW X1 und Volvo XC40.