Die zweite Generation X254 (seit 2022)
Im Juni 2022 präsentierte Mercedes-Benz die zweite Generation des GLC, die im Herbst 2022 in den Handel kam. Das Design wurde deutlich moderner gestaltet, mit einer klareren Linienführung und einem breiteren Kühlergrill mit Zentralstern. Die Scheinwerfer sind schmaler und LED-Technik ist serienmäßig. Im Innenraum dominiert das volldigitale Cockpit mit einem 11,9-Zoll-Touchscreen im Hochformat und einem 12,3-Zoll-Instrumentendisplay. Die MBUX-Benutzeroberfläche der zweiten Generation bietet deutlich mehr Funktionen und ist durch Sprachsteuerung "Hey Mercedes" bedienbar. Die Raumverhältnisse wurden verbessert: Der Radstand wuchs um 15 mm auf 2.888 mm, der Kofferraum fasst nun 600 bis 1.680 Liter. Zum Marktstart umfasste die Motorenpalette Vierzylinder-Benziner und -Diesel mit 48-Volt-Mildhybrid-Technik. Der GLC 200 4MATIC leistet 150 kW (204 PS), der GLC 300 4MATIC 190 kW (258 PS). Bei den Dieseln startet der GLC 220 d 4MATIC mit 147 kW (200 PS), der GLC 300 d 4MATIC bietet 195 kW (265 PS). Alle Motoren sind an eine 9G-TRONIC-Automatik gekoppelt. Der Allradantrieb 4MATIC ist bei fast allen Varianten serienmäßig. Eine wichtige Neuerung sind die Plug-in-Hybride: Der GLC 300 e 4MATIC kombiniert einen Vierzylinder-Benziner mit einem 100 kW starken E-Motor und einer 31,2-kWh-Batterie, die eine elektrische Reichweite von über 100 km (WLTP) ermöglicht. Die Systemleistung beträgt 230 kW (313 PS). Das Fahrwerk mit Vierlenker-Vorderachse und Multilink-Hinterachse wurde komplett neu entwickelt. Optional gibt es eine Luftfederung mit adaptiver Dämpfung. Der cW-Wert sank auf 0,29, was den Verbrauch und die Aerodynamik deutlich verbessert. Ab 2023 erweiterte Mercedes die Palette um die sportlichen AMG-Modelle: Der Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC mit 300 kW (408 PS) aus einem Vierzylinder-Turbo mit E-Turbo und der Top-GLC 63 S E PERFORMANCE 4MATIC+ mit einem Plug-in-Hybrid-System und einer Systemleistung von 500 kW (680 PS) aus einem Vierzylinder-Motor und einer leistungsstarken E-Maschine. Das GLC Coupé der zweiten Generation folgte 2023 mit ähnlicher Technik, aber sportlicherer Dachlinie.
Die erste Generation X253 (2015–2022)
Der GLC der ersten Generation wurde im Juni 2015 vorgestellt und löste den kantigen GLK ab. Die Modellbezeichnung wurde von GLK in GLC geändert, um die Nähe zur C-Klasse zu verdeutlichen, mit der sich der GLC die MRA-Plattform teilte. Das Design war deutlich organischer und runder als beim Vorgänger, mit einer fließenden Linienführung und einem eleganten Auftritt. Die Abmessungen wuchsen: Der X253 war 4.656 mm lang, 1.890 mm breit und 1.639 mm hoch, der Radstand betrug 2.873 mm. Der Kofferraum fasste 550 bis 1.600 Liter. Zum Marktstart bot Mercedes vier Motorisierungen an: Den GLC 220 d 4MATIC mit einem 125 kW (170 PS) starken Vierzylinder-Diesel, den GLC 250 d 4MATIC mit 150 kW (204 PS), sowie die Benziner GLC 250 4MATIC mit 155 kW (211 PS) und den GLC 350 e 4MATIC als Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 235 kW (320 PS). Alle Motoren waren serienmäßig mit dem Allradantrieb 4MATIC und der 9G-TRONIC-Neungang-Automatik kombiniert. Das Fahrwerk bot serienmäßig eine Stahlfederung mit selektiver Dämpferregelung, optional war die AIRMATIC-Luftfederung erhältlich. Das Interieur orientierte sich stark an der C-Klasse, mit hochwertigen Materialien und einem aufgestellten 7-Zoll-Display (optional 8,4 Zoll). Die Assistenzsysteme umfassten unter anderem einen aktiven Abstands-Assistenten, Spurhalte-Assistent und einen Pre-Safe-Notbremsassistenten. 2016 kamen die ersten AMG-Modelle: Der Mercedes-AMG GLC 43 4MATIC mit 270 kW (367 PS) aus einem V6-Biturbo und der Mercedes-AMG GLC 63 4MATIC+ sowie der GLC 63 S 4MATIC+ mit einem V8-Biturbo und 350 kW (476 PS) bzw. 375 kW (510 PS). Diese Modelle hatten das AMG SPEEDSHIFT MCT 9-Gang-Getriebe und das Performance-4MATIC+-Allradsystem mit variabler Drehmomentverteilung. Ebenfalls 2016 erschien das GLC Coupé, das mit einer sportlich abfallenden Dachlinie und um 4 cm niedrigerer Höhe eine eigene Designsprache sprach. Das Coupé teilte sich die gesamte Technik mit dem SUV.
Facelift der ersten Generation (2019)
Im Frühjahr 2019 erhielt der GLC sein erstes Facelift. Die Änderungen waren überschaubar, konzentrierten sich aber auf wichtige Details. Die Front bekam neue LED-Scheinwerfer mit geänderter Grafik, der Kühlergrill wurde leicht modifiziert mit neuen Lamellen. Am Heck gab es neue LED-Rückleuchten mit durchgehender Lichtgraphik. Im Innenraum wurde das Infotainment-System auf MBUX umgestellt, mit einem größeren 10,25-Zoll-Touchscreen und der Sprachsteuerung "Hey Mercedes". Das Lenkrad bekam Touch-Control-Buttons. Die Motorenpalette wurde überarbeitet: Der Einstiegsdiesel GLC 200 d 4MATIC leistete nun 120 kW (163 PS), der GLC 220 d 4MATIC 143 kW (194 PS) und der GLC 300 d 4MATIC 180 kW (245 PS). Bei den Benzinern gab es den GLC 200 4MATIC mit 145 kW (197 PS) und den GLC 300 4MATIC mit 190 kW (258 PS). Die Plug-in-Hybride GLC 300 e 4MATIC und GLC 300 de 4MATIC (Diesel-Plug-in) erhielten größere Batterien mit 13,5 kWh, die elektrische Reichweite stieg auf etwa 50 km. Die Assistenzsysteme wurden um einen aktiven Lenk-Assistenten und einen Ausstiegs-Warner erweitert. Die AMG-Modelle erhielten ebenfalls das MBUX-System und dezente Design-Aktualisierungen. 2020 wurde die Motorenpalette um den GLC 400 d 4MATIC erweitert, einen starken Sechszylinder-Diesel mit 243 kW (330 PS), der zuvor nur in größeren Modellen verfügbar war.
Der Vorgänger GLK (X204, 2008–2015)
Bevor der GLC auf den Markt kam, bot Mercedes den GLK an, der von 2008 bis 2015 gebaut wurde. Der GLK war das erste kompakte SUV von Mercedes-Benz und zeichnete sich durch seine markante, kantige Formensprache aus, die an den großen G-Klasse angelehnt war. Er basierte auf der Plattform der C-Klasse (W204) und wurde ausschließlich im Mercedes-Werk in Bremen produziert. Der GLK war 4.528 mm lang und bot einen Kofferraum von 450 bis 1.550 Litern. Zum Start gab es drei Motorisierungen: Den GLK 220 CDI mit 125 kW (170 PS), den GLK 320 CDI mit 165 kW (224 PS) und den GLK 350 mit einem V6-Benziner und 200 kW (272 PS). 2009 folgte der GLK 250 CDI mit einem sparsamen Vierzylinder und 150 kW (204 PS). Alle Modelle waren mit 4MATIC-Allrad erhältlich, der Heckantrieb war anfangs noch optional. Die Automatik war eine 7G-TRONIC mit sieben Gängen. 2012 erhielt der GLK ein Facelift mit überarbeiteter Front, neuen Scheinwerfern und einem modifizierten Kühlergrill. Der GLK 220 CDI erhielt einen neuen Vierzylinder-Diesel mit BlueTEC-Technik und verbesserter Effizienz. Im Innenraum wurde das Infotainment-System aktualisiert. 2013 stellte Mercedes den GLK 250 CDI 4MATIC BlueTEC vor, der nur 5,3 Liter Diesel auf 100 km verbrauchte. Der GLK war ein Verkaufserfolg für Mercedes, etablierte die Marke im wachsenden Segment der kompakten Premium-SUVs und ebnete den Weg für den GLC, der das Konzept mit modernerer Technik und runderen Formen fortsetzte.