Die aktuelle Generation V167 (seit 2020)
Mit der Einführung der zweiten GLE 63 AMG-Generation im Jahr 2020 wechselte Mercedes-AMG von der alten 5,5-Liter-V8-Architektur auf den modernen 4,0-Liter-V8-Biturbo mit Hot-V-Anordnung. Der GLE 63 leistet 420 kW (571 PS) und 750 Nm Drehmoment, während der GLE 63 S auf 450 kW (612 PS) und 850 Nm kommt. Beide Varianten beschleunigen in unter vier Sekunden auf 100 km/h. Das 9G-TRONIC AMG SPEEDSHIFT TCT Getriebe überträgt die Kraft auf alle vier Räder, wobei das AMG Performance 4MATIC+ System die Kraftverteilung variabel anpasst. Die Luftfederung mit adaptiver Dämpfung bietet mehrere Fahrmodi von Comfort bis Race. Optisch unterscheidet sich der GLE 63 durch den AMG-spezifischen Panamericana-Kühlergrill, breitere Radhäuser, vier Endrohre und ein dezentes Heckdiffusor-Design. Im Innenraum dominieren AMG Performance-Sitze, ein AMG Performance-Lenkrad mit Touch-Control-Buttons und das MBUX-Infotainmentsystem mit zwei 12,3-Zoll-Displays. Die Verbrauchswerte liegen im WLTP-Zyklus bei etwa 12,3-12,8 l/100 km kombiniert.
Die erste GLE 63 AMG-Generation W166 (2015-2019)
2015 erfolgte die Umbenennung der M-Klasse in GLE, wobei die AMG-Variante fortan als GLE 63 AMG firmierte. Technisch basierte diese Generation auf dem seit 2012 gebauten ML 63 AMG, erhielt aber umfangreiche Überarbeitungen. Der 5,5-Liter-V8-Biturbo-Motor leistete zunächst 410 kW (557 PS) und 700 Nm in der Standardausführung, während die S-Version mit 430 kW (585 PS) und 760 Nm aufwartete. Das AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang-Sportgetriebe und das 4MATIC Allradsystem waren serienmäßig. Die Luftfederung AMG RIDE CONTROL ermöglichte die Anpassung der Dämpfung in drei Stufen. Optisch erhielt der GLE 63 AMG einen aggressiveren Frontstoßfänger mit großen Lufteinlässen, AMG-spezifische Schweller, einen markanten Heckdiffusor und vier ovale Endrohre. Das Coupé-Derivat folgte 2015 als GLE 63 AMG Coupé mit flacherer Dachlinie und sportlicherer Silhouette. Der Verbrauch lag bei etwa 11,7 l/100 km kombiniert nach NEFZ.
Facelift W166 (2019)
Kurz vor dem Generationswechsel erhielt die W166-Baureihe 2019 ein letztes Facelift mit überarbeiteten Scheinwerfern, modifizierten Stoßfängern und aktualisierten Assistenzsystemen. Die technische Basis blieb weitgehend unverändert, allerdings wurde das Infotainmentsystem auf die neuere Generation mit größeren Bildschirmen aktualisiert. Dieses Facelift war nur wenige Monate im Angebot, bevor die neue V167-Generation den Staffelstab übernahm.
Die ML 63 AMG-Ära W166 (2012-2015)
Bevor die Baureihe zum GLE wurde, trug sie von 1997 bis 2015 den Namen M-Klasse (ML). Die dritte Generation W166 startete 2012 und brachte den ML 63 AMG mit dem 5,5-Liter-V8-Biturbo-Motor. Dieser ersetzte den zuvor verwendeten 6,2-Liter-V8-Saugmotor und bot trotz geringerer Hubraumgröße deutlich mehr Leistung bei besserem Verbrauch. Die Basisversion leistete 386 kW (525 PS), während die Performance-Variante 410 kW (557 PS) erreichte. Das AMG SPEEDSHIFT MCT 7-Gang-Sportgetriebe war Serienausstattung. Der W166 markierte einen Technologiesprung mit umfangreichen Assistenzsystemen, verbesserter Aerodynamik und reduziertem Gewicht durch verstärkten Aluminium-Einsatz.
ML 63 AMG W164 (2006-2011)
Die zweite M-Klasse-Generation W164 erhielt 2006 erstmals eine 63 AMG-Variante. Der ML 63 AMG nutzte den legendären 6,2-Liter-V8-Saugmotor (M156) mit 375 kW (510 PS) und 630 Nm Drehmoment. Dieser handgefertigte Motor aus Affalterbach beschleunigte das SUV in 5,0 Sekunden auf 100 km/h. Das 7G-TRONIC Automatikgetriebe und das 4MATIC Allradsystem waren Standard. Die AMG RIDE CONTROL Sportfederung mit Niveauregulierung ermöglichte sowohl Langstreckenkomfort als auch sportliche Fahrweise. Optisch zeichnete sich der ML 63 AMG durch die vier charakteristischen Endrohre, breitere Radhäuser und 20-Zoll-Räder aus. 2009 erhielt die Baureihe ein Facelift mit überarbeiteter Front und aktualisierter Motorsteuerung, die den Verbrauch leicht senkte.
Facelift W164 (2009-2011)
Das Facelift 2009 brachte neben optischen Retuschen auch technische Verbesserungen. Die Scheinwerfer erhielten LED-Tagfahrlicht, der Kühlergrill wurde modifiziert und die Motorsteuerung optimiert. Die Leistung blieb bei 375 kW (510 PS), jedoch verbesserte sich das Ansprechverhalten im unteren Drehzahlbereich. Neue Assistenzsysteme wie Spurhalte-Assistent und adaptiver Tempomat wurden verfügbar. Das Interieur erhielt hochwertigere Materialien und ein überarbeitetes Kombiinstrument.
Die erste M-Klasse W163 ohne 63 AMG
Die erste M-Klasse-Generation W163 (1997-2005) wurde zwar nicht als 63 AMG angeboten, etablierte aber die Baureihe als Mercedes' Einstieg ins Premium-SUV-Segment. AMG bot lediglich den ML 55 AMG mit 5,4-Liter-V8-Saugmotor und 255 kW (347 PS) an. Diese Generation legte den Grundstein für die spätere Erfolgsgeschichte der sportlichen ML- und GLE-Varianten. Der W163 wurde hauptsächlich in den USA produziert und zielte auf den nordamerikanischen Markt, fand aber auch in Europa großen Anklang.
Marktpositionierung und Konkurrenz
Der Mercedes-AMG GLE 63 konkurriert mit Modellen wie dem BMW X5 M, Audi RS Q8, Porsche Cayenne Turbo und Range Rover Sport SVR. In Deutschland startet die aktuelle Generation bei etwa 128.000 Euro, die S-Version liegt bei circa 140.000 Euro. Mit umfangreicher Ausstattung überschreiten viele Exemplare die 160.000-Euro-Marke. Die Kombination aus Alltagstauglichkeit, Raumangebot für fünf Personen, Anhängelast von bis zu 3.500 kg und Sportwagen-Performance macht den GLE 63 zu einem einzigartigen Angebot im Segment. Der Kofferraum fasst 630 bis 1.820 Liter, womit auch längere Reisen mit Gepäck problemlos möglich sind. Die jährlichen Unterhaltskosten liegen aufgrund des hohen Verbrauchs, der Versicherungseinstufung und der Wartungskosten im oberen Bereich, weshalb das Modell primär für kaufkräftige Kunden interessant ist, die keine Kompromisse bei Performance und Luxus eingehen möchten.