Erste Generation X204 (2008–2015)
Im Jahr 2008 stellte Mercedes-Benz mit dem GLK (intern X204) sein erstes kompaktes SUV vor, das sich deutlich von der weicheren Formensprache anderer Modelle der Marke abhob. Die Weltpremiere erfolgte auf der Beijing Auto Show 2008, der Marktstart in Deutschland im September desselben Jahres. Die kantigen Proportionen erinnerten an die robuste G-Klasse und sollten einen Gegenpol zu Konkurrenten wie BMW X3 oder Audi Q5 bilden. Die Kastenform war polarisierend, half dem GLK aber zu einem unverwechselbaren Auftritt. Technisch basierte der GLK auf der C-Klasse-Plattform der Baureihe W204, was Entwicklungskosten sparte und die Verwendung bewährter Aggregate ermöglichte.
Zum Marktstart bot Mercedes den GLK mit drei Motorisierungen an: dem Benziner GLK 280 mit 3,0-Liter-V6 und 231 PS sowie den Dieseln GLK 220 CDI mit 2,2-Liter-Vierzylinder und 170 PS und GLK 320 CDI mit 3,0-Liter-V6 und 224 PS. Alle Modelle waren serienmäßig mit Hinterradantrieb ausgestattet, gegen Aufpreis gab es das 4MATIC-Allradsystem. Die Kraftübertragung erfolgte über ein Sieben-Gang-Automatikgetriebe 7G-TRONIC. Der GLK verfügte über eine Einzelradaufhängung rundum mit Mehrlenkerachse hinten, was für gute Fahreigenschaften auf der Straße sorgte. Offroadfähigkeiten waren vorhanden, aber nicht die Kernkompetenz des kompakten SUV.
Im Laufe des Jahres 2009 erweiterte Mercedes die Motorenpalette um den GLK 350 mit 3,5-Liter-V6-Benziner und 272 PS sowie um den sparsamen GLK 250 CDI BlueTEC mit 2,1-Liter-Vierzylinder und 204 PS. Letzterer entwickelte sich zum Bestseller in Deutschland, da er Fahrleistungen und Verbrauch gut kombinierte. Der GLK 250 CDI verbrauchte kombiniert etwa 6,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer und bot mit 500 Newtonmetern Drehmoment ausreichend Durchzug. Im Jahr 2010 kam der GLK 200 CDI mit 143 PS als Einstiegsdiesel hinzu, später auch als BlueEFFICIENCY-Variante mit Start-Stopp-System und optimierter Aerodynamik.
Facelift 2012
Im Frühjahr 2012 erhielt der GLK ein umfassendes Facelift, das vor allem optisch für Frische sorgte. Die überarbeitete Version debütierte auf dem Genfer Autosalon 2012 und kam im Sommer des Jahres in den Handel. Äußerlich erkennbar war die Modellpflege an der neuen Frontpartie mit modifiziertem Kühlergrill, überarbeiteten Scheinwerfern und geänderten LED-Tagfahrlichtern. Auch die Heckleuchten wurden dezent modifiziert. Im Innenraum gab es neue Materialien, ein überarbeitetes Lenkrad und aktualisierte Bedienelemente. Das Infotainmentsystem wurde auf den neuesten Stand gebracht, mit größerem Farbdisplay und verbesserter Konnektivität.
Technisch brachte das Facelift wichtige Neuerungen: Der bisherige GLK 250 CDI BlueTEC wurde durch eine effizientere Version mit 204 PS ersetzt, die nun kombiniert nur noch 5,6 Liter Diesel verbrauchte. Der neue GLK 220 BlueTEC mit 170 PS und Start-Stopp-System begnügte sich sogar mit 5,1 Litern. Bei den Benzinern ergänzte Mercedes das Programm um den GLK 250 BlueTEC 4MATIC mit Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer und 211 PS. Besonders hervorzuheben ist die Einführung des GLK 220 CDI BlueTEC 4MATIC als sparsamstes Allradmodell der Baureihe. Alle Motoren erfüllten mindestens die Euro-5-Norm, viele schon Euro 6.
Das überarbeitete Fahrwerk bot nun optional adaptive Dämpfer (Agility Control), die sich automatisch an die Fahrsituation anpassten. Die Lenkung wurde für präziseres Feedback optimiert. Sicherheitstechnisch rüstete Mercedes mit Spurhalteassistent, Totwinkelassistent und Aufmerksamkeitsassistent nach. Der Abstandstempomat Distronic Plus mit Stauassistent war ebenfalls verfügbar und ermöglichte teilautomatisiertes Fahren im Kolonnenverkehr. Das Facelift-Modell bot zudem erstmals die Möglichkeit, LED-Scheinwerfer zu ordern.
Ende der Baureihe und Nachfolger
Die Produktion des GLK endete im Frühjahr 2015 nach insgesamt sieben Jahren Bauzeit. Weltweit wurden über 700.000 Einheiten verkauft, was den GLK zu einem kommerziellen Erfolg machte. In Deutschland zählte das Modell zu den beliebtesten Premium-SUV seiner Klasse. Als Nachfolger präsentierte Mercedes im Juni 2015 die GLC-Klasse (X253), die auf der moderneren C-Klasse-Generation W205 basiert. Der GLC verzichtete auf die kantige Formensprache und folgte der fließenderen Designlinie des Konzerns. Er war größer, komfortabler und technisch deutlich weiter entwickelt als der GLK.
Während der GLC ab Werk auch als Coupé-Variante erhältlich war, blieb der GLK stets eine klassische SUV-Karosserie treu. Die kantigen Formen des GLK haben bis heute eine treue Fangemeinde, viele sehen darin einen zeitlos-markanten Auftritt, der sich von der Masse abhebt. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind gut gepflegte GLK-Modelle nach wie vor gefragt, insbesondere die effizienten Dieselvarianten GLK 220 CDI und GLK 250 CDI mit Allradantrieb. Typische Schwachstellen sind Rost an den Radläufen sowie gelegentlich Probleme mit der 7G-TRONIC-Automatik bei hohen Laufleistungen.
Technische Besonderheiten und Ausstattung
Der GLK bot über seine gesamte Laufzeit ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Zur Serienausstattung gehörten sieben Airbags, ESP mit Bremsassistent, Traktionskontrolle und ein stabiles Fahrwerk. Bereits die Basisversion verfügte über Klimaautomatik, elektrische Fensterheber rundum und ein Multifunktionslenkrad. Höhere Ausstattungslinien brachten Lederausstattung, Navigationssystem, Panorama-Schiebedach und Rückfahrkamera. Das Kofferraumvolumen betrug 450 Liter und ließ sich durch Umklappen der Rücksitzlehne auf bis zu 1550 Liter erweitern – praxisgerechte Werte für ein kompaktes SUV.
Die Sitzposition war erhöht und bot gute Rundumsicht, typisch für die SUV-Klasse. Die Verarbeitung im Innenraum entsprach Mercedes-Standards mit hochwertigen Materialien und sauberen Spaltmaßen. Die Bedienung erfolgte über den COMAND-Controller in der Mittelkonsole, das System galt als intuitiv. Kritikpunkte gab es gelegentlich beim Platzangebot auf den Rücksitzen, das etwas knapper ausfiel als bei den Konkurrenten X3 und Q5. Dafür punktete der GLK mit kompakten Außenmaßen von 4,53 Metern Länge, was ihn alltagstauglicher machte.
Marktbedeutung und Fazit
Der Mercedes-Benz GLK war ein mutiger Schritt in Richtung kantigeres Design und traf damit den Nerv vieler Kunden, die sich von der Einheitlichkeit der SUV-Designs absetzen wollten. Er etablierte Mercedes erfolgreich im wachsenden Segment der kompakten Premium-SUV und ebnete den Weg für den noch erfolgreicheren GLC. Die technische Basis der C-Klasse sorgte für Zuverlässigkeit und bewährte Antriebstechnik. Die Motorenpalette war breit gefächert und bot für jeden Bedarf die passende Lösung, von sparsamen Vierzylindern bis zu kraftvollen V6-Aggregaten. Der GLK bleibt ein interessantes Kapitel in der Mercedes-Geschichte und zeigt, dass auch mutige Designentscheidungen erfolgreich sein können.