W222 (2013–2020): Die sechste Generation
Im Herbst 2013 debütierte die Baureihe W222 und etablierte LED-Scheinwerfer als Standard in der Luxusklasse. Das Intelligent Drive-Paket ermöglichte erstmals teilautonomes Fahren bis 200 km/h. Die Motorenpalette umfasste zunächst V6- und V8-Aggregate von 225 kW (306 PS) im S 350 BlueTEC bis 430 kW (585 PS) im AMG S 63. 2015 erweiterte Mercedes das Angebot um den S 500 e, den ersten Plug-in-Hybrid der S-Klasse mit 325 kW Systemleistung und etwa 33 Kilometern elektrischer Reichweite. Die Maybach-Submarke kehrte 2015 als Mercedes-Maybach S-Klasse zurück und bot zusätzliche 20 Zentimeter Radstand.
Das Facelift von 2017 brachte überarbeitete LED-Scheinwerfer mit 84 einzeln ansteuerbaren Multibeam-LEDs, neue Sechszylinder-Reihenmotoren mit 270 kW (367 PS) und ein weiterentwickeltes Infotainmentsystem mit zwei 12,3-Zoll-Displays. Der S 560 e steigerte die elektrische Reichweite auf etwa 50 Kilometer. Über 320.000 Einheiten der W222 wurden weltweit verkauft, davon etwa 55.000 in Deutschland.
W221 (2005–2013): Innovation und Technologiesprung
Die fünfte Generation W221 startete 2005 mit wegweisenden Assistenzsystemen: Night View Assist Plus mit Fußgängererkennung, aktiver Spurhalte-Assistent und Pre-Safe-Bremse mit autonomer Notbremsfunktion. Erstmals bot Mercedes eine Langversion ab Werk an. Die Motorisierungen reichten vom 170 kW (231 PS) starken S 250 CDI bis zum 380 kW (517 PS) leistenden S 600 mit V12-Motor. Das erste Hybridmodell S 400 HYBRID kam 2009 mit Lithium-Ionen-Batterie und Sieben-Gang-Automatik.
Das umfassende Facelift 2009 brachte neue LED-Tagfahrlichter, überarbeitete Stoßfänger und effizientere Motoren. Der S 250 CDI mit Vierzylinder-Diesel (150 kW/204 PS) wurde zum sparsamsten S-Klasse-Modell aller Zeiten mit 5,7 Litern Normverbrauch. Die W221 verkaufte sich über 470.000 Mal und festigte Mercedes' Position als Marktführer im Luxussegment.
W220 (1998–2005): Kontroverse und Konsolidierung
Die im Herbst 1998 präsentierte W220 polarisierte mit ihrer organischen Designsprache. Doppel-Xenon-Scheinwerfer, Keyless-Go und das Distronic-Abstandsregelsystem setzten technische Akzente. Die Motorenpalette startete mit dem S 280 (150 kW/204 PS) und reichte bis zum S 600 (270 kW/367 PS). Anfängliche Qualitätsprobleme und Rostschäden am Rahmen beschädigten den Ruf der Baureihe erheblich.
Das Facelift 2002 korrigierte viele Schwachstellen und brachte überarbeitete Scheinwerfer sowie neue V6- und V8-Motoren. Der S 320 CDI mit 150 kW (204 PS) wurde zum meistverkauften Diesel. Mit etwa 485.000 produzierten Einheiten blieb die W220 hinter den Erwartungen zurück, läutete aber die Ära moderner Fahrerassistenzsysteme ein.
W140 (1991–1998): Die Oberklasse-Ikone
Die vierte Generation W140 debütierte 1991 als technisches Meisterwerk mit Doppelverglasung, hydraulischer Türschließhilfe und erstmals serienmäßigem ESP. Mit 5,11 Metern Länge (Langversion 5,21 m) und bis zu 2,2 Tonnen Leergewicht galt sie als überdimensioniert. Die Motorisierungen umfassten Sechszylinder ab 140 kW (190 PS) bis zum 300 kW (408 PS) starken S 600 mit V12-Aggregat. Das Coupé (C140) wurde parallel bis 1999 gebaut.
1996 erhielt die W140 ein dezentes Facelift mit überarbeiteten Scheinwerfern und Stoßfängern. Der S 280 mit 142 kW (193 PS) wurde zum Einstiegsmodell. Trotz anfänglicher Kritik am Design gelten die 432.000 produzierten W140 heute als Inbegriff deutscher Ingenieurskunst und Langlebigkeit.
W126 (1979–1991): Die erfolgreichste S-Klasse
Die dritte Generation W126 revolutionierte mit ihrem windschlüpfigen Design (cw 0,36) die Aerodynamik im Luxussegment. Von 1979 bis 1991 entstanden über 890.000 Einheiten – mehr als jede andere S-Klasse. Die Motorenpalette reichte vom 115 kW (156 PS) starken 280 S bis zum 220 kW (300 PS) leistenden 560 SEL. 1981 folgte das Coupé SEC, ab 1985 mit dem legendären 420 SEL und 500 SEL.
Das Facelift 1985/86 brachte Kunststoffstoßfänger in Wagenfarbe, neue Scheinwerfer und überarbeitete Motoren. Der 300 SDL mit Sechszylinder-Turbodiesel etablierte sich besonders in den USA. Die W126 prägte eine Ära und definierte Standards für Sicherheit, Komfort und Qualität.
W116 (1972–1980): Die erste S-Klasse
1972 führte Mercedes erstmals die Bezeichnung S-Klasse ein. Die W116 war die erste Serienlimousinе mit ABS (ab 1978) und bot erstklassige passive Sicherheit durch Sicherheitslenksäule und verstärkte Fahrgastzelle. Motorisierungen umfassten Sechszylinder ab 110 kW (150 PS) und V8-Aggregate bis 162 kW (220 PS) im 450 SEL. Der 300 SD mit Fünfzylinder-Turbodiesel wurde 1978 speziell für Nordamerika entwickelt.
Ohne klassisches Facelift erhielt die W116 kontinuierliche Detailverbesserungen. In acht Jahren entstanden etwa 473.000 Einheiten. Sie legte den Grundstein für Mercedes' Führungsrolle im Luxussegment und etablierte Konstruktionsprinzipien, die bis heute gelten.