Die erste Generation: R 170 (1996–2004)
Der Mercedes-Benz SLK R 170 wurde im März 1996 auf dem Genfer Autosalon präsentiert und kam im Herbst desselben Jahres auf den deutschen Markt. Er war der erste in Serie produzierte Roadster mit einem vollautomatischen Stahl-Klappdach, das in nur 25 Sekunden zu öffnen oder zu schließen war. Designt unter der Leitung von Bruno Sacco, zeigte der R 170 kompakte Proportionen mit kurzem Überhang, eine muskulöse Schulterpartie und Scheinwerfer, die an den legendären 300 SL erinnerten. Zum Marktstart waren die Vierzylinder-Kompressormotoren SLK 200 (141 kW/192 PS) und SLK 230 Kompressor (142 kW/193 PS) verfügbar. 2000 folgte der SLK 320 mit einem 160 kW (218 PS) starken V6-Motor. Im Jahr 2000 erhielt die Baureihe ein erstes Facelift mit modifizierten Stoßfängern, neuen Scheinwerfern und überarbeiteter Innenausstattung. 2001 debütierte das Topmodell SLK 32 AMG mit einem 260 kW (354 PS) starken V6-Kompressor, der den kompakten Roadster in 4,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigte. Der R 170 war ein kommerzieller Erfolg und etablierte das Konzept des kompakten Premium-Roadsters mit Ganzjahresnnutzen.
Die zweite Generation: R 171 (2004–2011)
Im März 2004 präsentierte Mercedes-Benz auf dem Genfer Autosalon die zweite SLK-Generation R 171. Das Design wurde deutlich muskulöser und breiter, wobei die charakteristischen Proportionen erhalten blieben. Die Frontpartie zeigte nun eine stärker geneigte Nase mit größeren Lufteinlässen. Das Vario-Dach aus Stahl funktionierte nun in 22 Sekunden und war damit noch schneller. Die Motorenpalette startete mit dem SLK 200 Kompressor (120 kW/163 PS) und dem SLK 280 mit V6-Motor (170 kW/231 PS). Als Topmodell diente zunächst der SLK 350 mit 200 kW (272 PS). 2006 kam der SLK 55 AMG mit einem 265 kW (360 PS) starken V8-Motor hinzu, der später auf 294 kW (400 PS) gesteigert wurde. 2008 erhielt die Baureihe ein Facelift mit überarbeiteter Front, neuen LED-Rückleuchten und modifiziertem Innenraum. Gleichzeitig wurden effizientere Motoren eingeführt, darunter erstmals auch ein Diesel: der SLK 250 CDI mit 150 kW (204 PS) aus einem Vierzylinder-Turbodiesel. Der R 171 bot deutlich mehr Komfort und Sicherheit als sein Vorgänger, mit verbesserter Verwindungssteifigkeit der Karosserie und umfangreicheren Assistenzsystemen.
Die dritte Generation: R 172 (2011–2016) und SLC (2016–2020)
Die dritte und letzte Generation des SLK wurde im Januar 2011 auf der Detroit Motor Show vorgestellt und kam im April 2011 in den Handel. Der R 172 zeigte ein deutlich aggressiveres Design mit breitem Kühlergrill, markanten Lufteinlässen und einer muskulösen Silhouette. Die Proportionen wurden gestreckt, die Überhänge minimiert. Das Vario-Dach funktionierte weiterhin in rund 20 Sekunden und konnte nun auch bei Geschwindigkeiten bis 40 km/h betätigt werden. Optional war erstmals ein Magic Sky Control Panoramadach verfügbar, dessen Transparenz per Knopfdruck variiert werden konnte. Die Motorenpalette umfasste zunächst den SLK 200 (135 kW/184 PS), SLK 250 (150 kW/204 PS), SLK 350 (225 kW/306 PS) und den SLK 55 AMG mit 310 kW (421 PS) aus einem V8-Biturbo. 2012 kam der SLK 250 CDI mit dem bekannten Vierzylinder-Diesel hinzu. Ein Facelift erfolgte 2015 mit überarbeiteter Frontpartie, neuen Scheinwerfern mit LED-Technologie und modifiziertem Heck.
Im Januar 2016 wurde die Baureihe in SLC umbenannt, um die Namenslogik von Mercedes zu vereinheitlichen (S für Sportwagen, L für Leicht, C für C-Klasse-Plattform). Die technischen Änderungen waren minimal: neue Motoren mit verbesserter Effizienz, darunter der SLC 180 (115 kW/156 PS), SLC 200 (135 kW/184 PS), SLC 300 (180 kW/245 PS) und der SLC 43 AMG mit 270 kW (367 PS) aus einem V6-Biturbo. Der V8 im Topmodell entfiel. Optisch unterschied sich der SLC durch neue Stoßfänger, geänderte Scheinwerfer und ein überarbeitetes Cockpit mit neuem Infotainmentsystem. Im Innenraum hielt das Touchpad der C-Klasse Einzug. 2019 wurde eine Final Edition als Abschiedsmodell angekündigt. Im Februar 2020 lief in Bremen das letzte Exemplar vom Band. Mercedes-Benz begründete die Einstellung mit dem Wandel im Sportwagensegment und dem Fokus auf elektrische Sportwagen wie den EQS und künftige AMG-Elektromodelle. Ein direkter Nachfolger ist nicht geplant.
Technische Besonderheiten und Marktpositionierung
Über alle Generationen hinweg blieb das Vario-Dach das zentrale Merkmal des SLK/SLC. Anders als Stoffverdecke bot es bessere Isolation, höhere Sicherheit und Komfort bei jedem Wetter. Der Kofferraum fasste je nach Dachstellung zwischen 225 und 335 Liter – ausreichend für Wochenendgepäck. Die Plattform basierte jeweils auf einer verkürzten C-Klasse-Architektur, was Synergien in Entwicklung und Produktion ermöglichte. Die Federung war sportlich-straff abgestimmt, bot aber ausreichend Komfort für den Alltag. Das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung an Vorder- und Hinterachse sowie das optionale adaptive Dämpfungssystem sorgten für ausgewogene Handling-Eigenschaften. Die AMG-Varianten boten Hochleistungsbremsen, Sperrdifferenzial und sportliche Fahrwerksabstimmungen. Sicherheitstechnisch waren Überrollbügel, die sich bei einem Überschlag automatisch ausfahren, stets serienmäßig an Bord.
Konkurrenz und Markterfolg
Der SLK konkurrierte hauptsächlich mit dem BMW Z4, Porsche Boxster und Audi TT Roadster. Während der Boxster sportlicher und puristischer war, bot der SLK mehr Alltagstauglichkeit und Komfort durch das Stahldach. Der BMW Z4 folgte erst 2009 mit einem Klappdach. Insgesamt wurden über 670.000 Einheiten aller drei Generationen produziert, wobei der R 170 mit rund 311.000 Exemplaren der erfolgreichste war. Der R 171 kam auf etwa 260.000 Einheiten, der R 172/SLC auf rund 100.000. Die sinkenden Verkaufszahlen in einem schrumpfenden Roadster-Markt führten letztlich zur Einstellung der Baureihe. Heute gilt der SLK als Klassiker der 1990er und 2000er Jahre und steht für eine Ära, in der kompakte Premium-Roadster noch hohe Stückzahlen erzielten.